Wir


Alex Clauss - Portus Cycles

We love handmade!

Wir sind im Kern meine Frau Maria und ich, sowie viele fleißige Freunde und Unterstützer im Hintergrund.

Wir lieben Handarbeit und sind offen für jede Art von Rad und jedes Projekt, wenn es aus Stahl gefertigt werden soll.

Portus ist der alte lateinische Name von Pforzheim und bedeutet Hafen, Mündung  oder Zuflucht. Wir verwenden diesen Namen weil wir genau das sein wollen:

  • Ein Ort, an dem Leute anlegen können und sich wohl fühlen
  • Ein Ort, an dem verschiedene Ströme und damit auch Ideen sowie Vorstellungen zusammen fließen
  • Ein Ort, der eine echte Alternative zum Einheitsbrei der Fahrrad-Industrie bietet

 

Warum eigentlich Stahl?

Wie oft wurde mir diese Frage gestellt? Ich will versuchen sie zu beantworten…

Stahl ist zeitlos! Nicht nur in puncto Dauerfestigkeit, sondern auch in seiner Erscheinung mit klassisch runden und geraden Rohren. Ein mit Sachverstand gefertigter  Stahlrahmen kann trotz täglichem Gebrauch bei entsprechender Pflege (Korrosionsschutz erneuern) mehrere Jahrzehnte durchhalten. Hinzu kommt, dass mein erstes Mountainbike aus Stahl war (Batavus Buster) und nicht nur ich sehr positive Erinnerungen an diese Zeit haben.

Stahl bietet Komfort! Meiner Meinung nach sind die heutigen Räder aus Aluminium und Carbon bezüglich Steifigkeit überdimensioniert. Ein gesunder Mittelweg zwischen Steifigkeit und Komfort ist mit entsprechender Auswahl der Rohrdimensionen aus Stahl ohne Probleme möglich.

Stahl ist modern! Die heutige Legierungen und Fertigungsverfahren haben sich stark weiterentwickelt. Dadurch können leichtere Rohre als noch vor 20 Jahren angeboten werden und damit auf Wunsch auch sehr leichte Rahmen hergestellt werden. Unter Berücksichtigung heutiger Komponenten-Standards bringe ich das “alte” Rahmenbau-Material in Berührung mit moderner Technik, wie man z.B. beim Pinduro sehen kann. Neben Getriebe-Bikes werde ich mich 2015 auch an das Thema vollgefedertes MTB wagen.

Stahl ist reparabel! Der Mythos “Dorfschmiede” bei einer längeren Radreise ist Realität. Theoretisch kann jede Metallwerkstatt auf der Welt einen gebrochenen Rahmen wieder fit machen. Selbst nach einem Sturz oder Unfall können einzelne Rohre ggf. ausgetauscht werden, wobei dies dann besser von einem Fachman erledigt werden sollte.

Stahl schont unseren Planeten! Die Verwendung des Wortes Nachhaltigkeit ist mittlerweile inflationär und doch will ich es an dieser Stelle verwenden. Vergleicht man die Energiebilanzen (sog. Carbon-Footprint) schneidet Stahl im Vergleich zu Aluminium und Carbon am besten ab. Im Vergleich von Stahl zu Aluminium wird ca. die 10-fache Energiemenge benötigt. Außerdem entsteht bei der Herstellung von Aluminium aus Bauxit hochgiftiger Rotschlamm für den es auch heute noch keine zufriedenstellende Lösung bezüglich Recycling oder Entsorgung gibt.

Bis dato sind mir keine Berechnungen für Carbon bekannt. Meine Vermutung ist, dass diese bewusst nicht öffentlich gemacht werden, weil wir uns dann eingestehen müssten, dass dieses “Wundermaterial” eine großer Selbstbetrug ist, bei dem Unmengen an Energie für die Herstellung “verbrannt” wird und am Ende nur Sondermüll bleibt oder die Rezyklierung als Beimischung in Straßenbelag möglich ist.

Aus den genannten Gründen und einigen anderen ist Stahl das Material meiner Wahl und wird es wohl immer bleiben!

Wie komme ich zum Rahmenbau?

Schon sehr lange war es ein tiefer Wunsch irgendwann selbst einen Fahrradrahmen zu bauen, nachdem ich unzählige Fahrräder repariert, Komponenten während meiner Arbeit als Maschinenbauingenieur bei tune und Acros  konstruiert und nach der Fertigung selbst getestet  habe.

Dieses “irgendwann” wurde für mich Ende Januar 2013 Realität. An der TBA (The Bicycle Academy) besuchte ich einen einwöchigen Kurs und habe währendessen wohl so etwas wie meine Berufung gefunden. Schon immer war ich eher Handwerker als Theoretiker. Im Rahmenbau kommen und kamen viele Puzzle-Teile zusammen und ergaben ein Bild. Ein Bild, das sich zuerst nur imaginär in meinem Kopf und sich nun mit fortschreitender Tätigkeit auch für meine Kunden in deren Räder manifestiert.

Ende 2013 hatte ich das große Glück als Aushilfe für drei Monaten bei  Wiesmann Bikes als WIG Schweißer zu arbeiten. Während dieser Zeit habe ich sehr viel gelernt, meine Fähigkeiten als Schweißer stark verbessert und seit Mitte 2014 verfügen wir selbst über ein hochwertiges WIG-Schweißgerät, sodass wir ab sofort auch geschweißte Rahmen anbieten können.

Seit Anfang 2014 fertige ich Rahmen nach Kundenwunsch, biete Rahmenbau-Kurse in meiner Werkstatt an und bin generell auch für Kleinserien-Fertigung offen.

Neben meiner Tätigkeit als Rahmenbauer arbeite ich als freiberuflicher Konstrukteur für die Firma Schmidt Maschinenbau GmbH, die für ihre hochwertigen SON Nabendynamos und Scheinwerfer bekannt ist.

Im Bereich Kleinserienfertigung sind wir seit Mitte 2015 für Tannenwald Bikes sowie seit November 2015 für Urban Fahrradbau tätig.

Zusätzlich leite ich die Portus Fahrradfürsorge, eine Selbsthilfe-Fahrradwerkstatt, und habe einen Lehrauftrag an der DHBW Karlsruhe im Bereich CAD (SolidWorks).

Im Folgenden kann man hier meine Erlebnisse während der erwähnten Woche in England nachlesen, da ich erfreulicherweise die Möglichkeit hatte jeden Tag über www.stahlrahmen-bikes.de zu berichten.

Vorwort und Ankunft in Frome (UK)

1. Tag – Grundlagen der Löttechnik + Übungsstücke

2. Tag – Feilen, Sägen und Bohren

3. Tag – Heften der Rohre + Tretlager Übungsstück

4. Tag – Fast am Ziel – Der Rahmen wird durchgelötet

5. Tag – Mit leichtem Verzug – Das Finale

slider-1